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| Der
MapperTalk
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Regengott Tlaloc
erhält bei Henning eine
Audienz beim selbsternannten besten Mapper der Welt
August 2011 |
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Henning /
Aug 2011 |
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Der
MapperTalk läutet die vierte Runde ein. Diesmal hat
Tlaloc die Ehre, den besten Mapper der Welt zu
interviewen.
Wie hat er es an die Spitze geschafft ?
Vor wem hat er noch Angst ?
Und wieviel Plagiat steckt in seinen Maps ? Das alles und
mehr ... |
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| Timo: Hallo Henning,
erst mal danke, dass du mir eine Audienz
gewährst. Wie geht es dir und was machst du gerade? |
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Henning:
Hallo Timo, dann an dieser Stelle auch erst mal ein
Danke meinerseits, dass du mich als Interviewpartner gewählt
hast. Was ich gerade mach? Nun, abgesehen vom Beantworten deiner
Fragen, warte ich auf eine Regenpause. Hier gießt es in Strömen
und ich muss noch mit dem Hund raus. Dabei ist Regen ja eigentlich
das perfekte Mapping-Wetter. Ich müsste zwar eigentlich auch
wieder ein bisschen Hausarbeiten für die Uni schreiben, aber ich
hab schon wieder ein neues Szenario in der Pipeline. Das reizt
mich momentan doch mehr.
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Timo:
Bevor wir lange um den heißen Brei herumreden: Du bist
der beste Mapper der Welt! Warum?
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Henning: Eine ziemlich interessante Frage. Eine präzise
Antwort fällt da gar nicht so leicht. Manche empfinden das
vielleicht auch als eine Anmaßung, aber ich musste in der Sache
selbst aktiv werden, schließlich habe ich mir diese Auszeichnung
auch selbst verpasst. Jahrelang haben andere die Lorbeeren
einkassiert und ich blieb eher im Mittelmaß - zwar im Gedächtnis,
aber nicht auf dem Arena-Thron. Nun, wie das so ist: Alte Meister
verschwinden und in der Community macht sich Ratlosigkeit breit.
Wer könnte das Erbe übernehmen? Da fallen einem natürlich
sofort diverse Kandidaten ein, aber die meisten davon tauchen ja
gerne mal für ein halbes Jahr ab, so dass man sich immer fragen
muss, ob die überhaupt mal zurückkommen. Ich war immer präsent,
im Schnitt alle zwei Jahre ein Spiel, kurzum: Die Leute wissen,
was sie an mir haben und ab 2004 waren meine Maps qualitativ
durchaus gut. Mit der Übernahme des mächtigen Design-Forums
konnte ich meine einflussreiche Stellung noch weiter ausbauen und
bin mehr denn je ein Fixpunkt der Arena. Insofern bin ich
vielleicht eher der mächtigste Mapper als der beste Mapper,
obwohl Machterhalt ja auch was mit "gut in seinem Fach"
zu tun hat. Es bleibt natürlich trotzdem ein hartes Stück
Arbeit, auf der Höhe der Zeit zu bleiben. Die Konkurrenz in den
letzten Jahren war schon vorhanden, ist jetzt aber erstarkt. Viele
"junge Wilde" sind dabei und schielen auf den Thron. Es
ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich einer davon anmaßt,
den Titel "Bester Mapper der Welt" für sich in Anspruch
zu nehmen. Wenn es soweit ist, muss ich gewappnet sein - und das
heißt nichts anderes, als weiter Szenarien zu basteln, um den Ruf
zu verteidigen. Anders geht es im Age-Universum eben nicht.
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Timo:
Deine Beschreibung klingt jetzt aber eher nach "bester Mapper
der AgeArena". Siehst du auf AoK Heaven keine Konkurrenz?
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Henning:
Konkurrenz sehe ich überall, aber da hast du mich jetzt schon
etwas erwischt! Ich kenn mich mit den Mappern vom Heaven gar nicht
so gut aus. Man stolpert da aber auch meist über die gleichen
Nicks. Berserker Jerker, Ingo van Thiel usw. sind schon Namen, die
mir was sagen, aber ich sauge mir von dort eigentlich nur sehr
selten Szenarien und kann dazu gar nicht soviel sagen. Der ewige
Vergleich AgeArena / Heaven ist eigentlich auch überflüssig,
schon, weil der Heaven viel, viel größer ist. Das hat natürlich
den Nachteil, dass dort echt viel Schrott im Download Center zu
haben ist, dafür wird dort in den Foren, soweit ich das
beurteilen kann, sehr gute Arbeit geleistet. Es schwappen ja
wirklich oft viele Tricks zu "uns" rüber, insofern
profitieren wir schon sehr vom Heaven. Die Qualität der
AgeArena-Maps ist im Schnitt dafür deutlich besser, was natürlich
auch aMas strenger Kontrolle geschuldet ist. Für mich waren die
Arena-Autoren im Gros auf jeden Fall immer wichtiger und auch
wegweisender, aber das ist natürlich höchst subjektiv. Ich habe
natürlich auch einige Werke, die vom Heaven stammen, gespielt,
"Ulio" ist natürlich darunter. Diese Kampagne ist
meiner Meinung nach die beste und wichtigste in der
AoE-Fangeschichte. Somit ist Ingo vielleicht doch der "Beste
Mapper der Welt", ich trete den Titel dann auch gerne ab,
wenn er wieder aktiv wird.
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Timo:
Du sprichst von "jungen Wilden". Wen hast du dabei im
Kopf? Glaubst du, dass du ihnen gegenüber auch eine gewisse
Vorbild-Funktion einnimmst?
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Henning:
Damit meine ich die jüngeren AgeArena-Zugänge, wobei das
biologische Alter dabei keine Rolle spielt. Wir hatten ja in
letzter Zeit viele Neuzugänge: The_Chevalier, MappingFan, Braggl,
Draygon und Feonendar. Das sind alles gute Mapper, die viel
frischen Wind reingebracht haben. Besonders hat mir da die
Debut-Kampagne von Draygon gefallen, die war wirklich klasse, weil
sowas in der Art schon lange keiner mehr gemacht hat. Auch Chev
hat ziemlich gerockt in der jüngsten Vergangenheit, zweifelsfrei
einer der talentiertesten und produktivsten Mapper der letzten
Zeit. 2010 war insgesamt ein tolles Age-Jahr, soviele Releases und
keines davon war enttäuschend. 2011 ist ja bisher noch etwas
mager vom Output. Ich hoffe, da kommt noch was. Dass ich da eine
Vorbildfunktion haben könnte, bezweifle ich aber eher. Der Großteil
der neueren Mapper arbeitet ganz anders als ich. Kampfspiele sind
ja eher aus der Mode, RPGs sind deutlich beliebter, zumindest bei
den Mappern selbst. Sowas in der Art habe ich ja nie gemacht,
daher bezweifle ich, dass ich da ausgerechnet ein Vorbild sein könnte.
Die klassische Ära, die besonders durch Mapper wie Günter, aMa
und David Laeske geprägt wurde, ist vorbei und ich fühle mich
eher da zugehörig, zumindest haben mich die genannten Mapper
neben einigen anderen der Age-Frühphase (Serge M., Aurelius, Reyk)
am meisten geprägt.
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Timo:
Die "klassische Zeit" ist also vorbei. Danke, jetzt
komme ich mir auch wie eine Reliquie vor, die gleich von Jack in
sein Kloster gebracht wird. 2004 hast du noch gemutmaßt, dass die
Arena-Jahre vorbei seien, mittlerweile haben wir jedoch unseren
x-ten Frühling. Geht das so weiter?
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Henning: Ach, 2004, was interessiert mich mein dummes Geschwätz von
gestern? Wenn ich manchmal einiges lese, was ich mir damals
zurechtgesponnen habe, stellen sich mir ohnehin die Nackenhaare
auf! Als Reliquie fühle ich
mich zumindest nicht, aber ich benutz ja auch hin und wieder das
Trigger-Studio!
2010 war, wie bereits erwähnt, ein wirklich gutes, produktives
Jahr. Da ist es wohl normal, dass 2011 nicht ganz so viel
erscheint, aber ich denke, vor der Arena liegen noch einige Frühlinge.
Es liegt hier natürlich an den Mappern, denn es sind die
Kampagnen, die die Arena am Leben erhalten. Ich für meinen Teil
habe nicht vor, das Mappen an den Nagel zu hängen und hoffe auch
darauf, dass bei den anderen Gefährten die Lust nicht schwindet,
bzw. sich diese bei einigen alten Hasen vielleicht nochmal
entflammen lässt. Wünschenswert wäre es ja. Die Arena könnte
natürlich auch einen echten "Tlaloc" mal wieder
vertragen, das würde natürlich auch verhindern, dass man dich
zum Ausstellungsstück degradiert, obwohl deine Werke ja teilweise
ohnehin schon angebetet werden! Und solange du noch nicht 1 Gold
pro Sekunde abwirfst, bist du glaube ich eh davor gefeit, ein
Relikt zu werden!
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Timo:
Du bist ja seit eh und je dem Kampfspiel-Genre treu. Reizt es dich
nicht mal, ein richtiges RPG oder sogar eine Funmap zu machen?
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Henning: Mittlerweile variiere ich meine Szenarien mehr als früher. Es
kommen verstärkt abwechslungsreichere Elemente darin vor, daher
schaue ich durchaus auch mal über den Tellerrand. Meine frühen
Werke waren eher reine Build&Destroy-Maps, die auch eher
durchschnittlich sind und heute auch nicht mehr allzu großen
Spielwert haben. Sie waren dennoch wichtig, schließlich habe ich
mit den Szenarien und aus dem Feedback der Spieler viel lernen können,
so dass meine heutigen Releases das Niveau haben, das mich auch
selbst zufrieden stellt. Das unterstreicht auch die alte Weisheit,
dass kein Meister vom Himmel fällt, auch beim Mappen befindet man
sich in einem stetigen Lernprozess. Hätte ich damals nicht
einfach mal ein Szenario veröffentlicht, von dem ich annehmen
konnte, dass es auf jeden Fall nicht zur Topbewertung reichen würde,
hätte ich vielleicht nie ein zweites, drittes, viertes ...
gemacht. Das verstehen viele Jungmapper nicht. Da wird oft der
Riesenwurf geplant, aber dann kommt gar nichts. Mein Ziel war es
damals, ein Szenario zu basteln, das aMa als gut genug erachtet,
um es zu uppen. So sollten auch etwaige Nachwuchstalente an die
Sache rangehen, der Rest kommt dann mit Geduld (!) von ganz
allein.
Es
war also am Anfang vor allem eine Notwendigkeit, relativ einfache
Kampfspiele zu machen, weil ich es noch gar nicht besser konnte.
Wir reden da auch von den Jahren 2002/03, da gab es diese
ausgefinkelten storybezogenen Szenarien, die es heute gibt, noch
gar nicht so wirklich. Die Ansprüche waren anders. Ein Spiel
musste keine tieferen Charaktere besitzen, keine wendungsreiche
Storyline etc. Das entwickelte sich auf der Arena erst mit Emperor
(Dracula) und Andi W. (Arthus, Im Namen Gottes) und das war eine
sehr gute Entwicklung, von der ich mich etwas verzögert auch habe
anstecken lassen. In "Der Bruderkrieg" zum Beispiel habe
ich erstmals mehr Wert auf die Geschichte gelegt. Bei der letzten
Veröffentlichung - "Gonzalo II" - noch etwas mehr, so
dass das gesamte Werk etwas "aufgeblähter" ist: Langes
Intro, viele Cut-Scenes, Wechsel der Erzählperspektive etc. Somit
hat sich das Ganze schon etwas von einem klassischen Kampfspiel
entfernt, die Kernelemente sind dennoch diesem Genre
zuzuschreiben. Eine reine RPG-Map würde mich dennoch nicht
reizen. Ich spiele das zwar durchaus ganz gerne, aber für das
Mappen ist mir das zu langweilig, vor allem, weil ich gerne mit
KIs arbeite und Spaß daran habe, während des
Gestaltungsprozesses langsam den Gegner bzw. die KI wachsen zu
sehen, bis sie einen guten Gegenspieler abgibt. Das ist zwar
ziemlich viel Arbeit, aber es macht mir wirklich Freude. Funmaps
finde ich absolut klasse, dein "Leben des Hans" (wohl
auch keine reine Funmap, sondern eher ein humoriges RPG) ist
meiner Meinung nach eine der besten Arena-Maps überhaupt. Mir
selbst fehlt dafür aber die Kreativität, zumal es mir schwer
fallen würde, Humor in einer Map zu verpacken. Zu Funmaps zählen
natürlich auch so Geschichten wie "James Späher", das
finde ich auch sehr gut, aber selber würde ich sowas nie machen.
Einen alten Baum verpflanzt man eben nicht mehr so einfach.
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Timo:
Du hast vorhin erwähnt, dass du schon an einer neuen Map
arbeitest. In der Hall of Fame wirst du derzeit mit 8 Maps geführt,
mehr als Günter, so viele wie aMa. Planst du etwa einen Angriff
auf mich?
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Henning:
Naja, da ist ja nicht die reine Anzahl entscheidend, es kommt ja
immer auf die Qualität an. Günter hat sicher zum größten Teil
bessere und wegweisendere Spiele gemacht als ich. Ich sehe mich da
jetzt höchstens auf einem Niveau, das Günter bereits 2005 hatte.
Aber wie gesagt, ich habe nicht vor, aufzuhören und daher ist es
für mich eigentlich ganz selbstverständlich geworden, direkt
nach einer Map mit der nächsten zu beginnen. Vieles verwerfe ich
allerdings auch. Es ist schon vorgekommen, dass ich halbwegs
geformte Maps mit bereits über 100 Schaltern wieder verworfen
habe, weil ich das Resultat einfach nicht gut fand. Ich lösche
diese Entwürfe aber nicht, "Der Bruderkrieg" ist zum
Beispiel so ein "ungeliebtes Kind", das ich dann mit
einem Abstand von 5 Jahren doch noch zu Ende gebracht habe. Mit
etwas Abstand findet man manches dann doch wieder ganz brauchbar.
Auch die Map, an der ich gerade arbeite, ist vor längerer Zeit
begonnen worden, ich glaube so um 2008 und wurde dann nicht
weiterverfolgt. Habe sie durch Zufall unter irgendeinem Kürzel á
la "xhjdhjjddzzokdkk" in der Szenario-Liste gefunden und
dann mal 'nen Blick drauf geworfen und fand die Idee und Story
hinter der Map plötzlich wieder ziemlich gut. Mal gucken, ob das
so bleibt. Ich hoffe, bis
2013 wieder etwas veröffentlichen zu können. Und nein! Ich plane
natürlich keinen Angriff auf dich, sonst würde ich doch nicht
dauernd zwischen den Zeilen ein neues Spiel aus deiner Feder
fordern!
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Timo:
Ehm ja... Es geht hier aber nicht um mich oder meine Maps! Anderes
Thema: Deinem Nachnamen kann man eine gewisse adlige Abstammung
entnehmen. Gibt es dazu eine interessante Geschichte? Und kann man
daraus folgern, dass in deinen Maps das ein oder andere Plagiat
stecken muss?
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Henning:
Ja, das mit der adligen Abstammung (das klingt aber sehr
hochgestochen) stimmt, auch wenn sowas heute glücklicherweise
keine Rolle mehr spielt. Die Familiengeschichte hat ihre
interessanten und bewegten Seiten, aber ich denke, es gibt viele
Familien, die kein "von" tragen und eine spannendere
haben. ;) Es ist auch kein
besonders alter Adel und schon gar kein Hochadel oder so etwas in
die Richtung und wenn ich mir den sog. deutschen Adel angucke, der
nur noch in der Regenbogenpresse stattfindet, bin ich auch ganz
froh drum. Alles in allem also nichts, worum man ein großes
Gewese machen müsste. Was die Plagiate angeht: Ich habe Ingo van
Thiels Eisbrechertrick letztens benutzt, aber meine Fußnote dazu
habe ich gemacht! Und das war sogar noch VOR der Bekanntwerdung
der betrügerischen Machenschaften eines gewissen
Ex-Spitzenpolitikers. Nichtsdestotrotz benutze ich manchmal Gelände-
und Städtepassagen anderer Mapper. Die werden dann jedoch im
Gestaltungsprozess soweit entfremdet, dass man das höchstens noch
mit sehr viel Mühe und geschultem Auge erahnen kann. In
"Gonzalo II" steckt ein bisschen was von David Laeske und
in "Der Bruderkrieg" etwas aus aMas "Die
Normannen", aber ich glaube kaum, dass man das noch irgendwie
erkennen kann, dafür ist es viel zu verfremdet. Ich hoffe, mir
wird jetzt nichts aberkannt!
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Timo:
Auf vielfachen Wunsch stelle ich dir jetzt noch die Frage nach
deinem Lieblingsmapper. Versuchst du ihm nachzueifern oder rührt
deine Bewunderung eher daher, dass er Sachen macht, die du nie
zustande bringen könntest?
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Henning:
Letzteres trifft zu! Und zwar auf zwei Mapper: Ingo van Thiel
(damit war jetzt zu rechnen!) und Andi Wagner. Beides fantastische
Mapdesigner. Ingo hat definitiv die wichtigsten Spiele überhaupt
gemacht, auf die ich leider viel zu spät aufmerksam wurde. Ich
kenne eigentlich kein AoK (!) Szenario, bei dem ich heute noch
denke: "Wow!", außer bei "The Quest"
von Ingo. Da merkt man immer wieder, wie sehr der seiner Zeit
voraus war. Unfassbar, was Ingo aus Age of Empires rausgeholt hat.
Bei jeder Map wurde hier Pionierarbeit geleistet. "Ulio"
ist sein Meisterstück und ist auch die Kampagne, die mich von
allen Fan-Kampagnen am meisten gefesselt hat. Das faszinierende
bei seinen Werken ist, dass hier alles perfekt harmoniert und bis
ins kleinste durchdacht ist. Macht Euch mal die Mühe und schaut
Euch die Maps im Editor an, erst beim Durchgucken der Schalter
kriegt man eine grobe Ahnung, wie komplex die Szenarien eigentlich
sind. Ingo hat mich in meinem bescheidenen Schaffen aber nicht
allzu sehr beeinflusst, wenn auch beim Spielen immer wieder
beeindruckt. Gleiches gilt auch für Andi Wagner, der ja etwa
zeitgleich mit mir zur Arena kam. Andis Erzähltechnik entfaltet
immer einen besonderen Zauber, ich weiss nicht genau, wie er es
macht, aber er macht es auf jeden Fall sehr gut! Was ich sehr
beneidenswert an Andis Releases finde ist, dass sie sich nie allzu
sehr gleichen. Ihm fällt immer wieder was komplett Neues ein, so
dass man sich immer wieder auf Überraschungen freuen kann. Das würde
ich auch gerne in dem Maße können, aber es kommt dann doch
wieder eine reine Metzelkarte bei rum!
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Timo:
Ein zentrales Element deiner Maps ist die KI, die für viele
Mapper immer noch mehr Hindernis als Unterstützung ist. Wie hast
du dich in diese Problematik eingearbeitet? Denkst du, dass in der
AgeArena zu wenig über das Thema KI diskutiert wird?
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Henning:
Diskutiert wird da eigentlich vergleichsweise viel drüber, was
ich auch ganz gut finde, bloß leider beschäftigen sich eindeutig
zu wenig Mapper damit. Dabei nimmt einem die Grundkenntnis von KI
ja nun wirklich keine Möglichkeiten, sondern schafft ganz im
Gegenteil neue. In das Thema habe ich mich nach und nach
eingearbeitet, ganz einfach über's simple Ausprobieren:
Zahlenwerte verändern etc. Die KI-Bibel habe ich da eigentlich
nie zur Hand genommen, höchstens um mal spezifische
Einheitennamen für die Ausbildungslines zu finden. Ich bin also
eigentlich immer noch ein Dilettant, der aber irgendwie seinen
Stil gefunden hat. Jedem, der sich auch mal mit dem Thema beschäftigen
will, rate ich, eine einfache KI zu editieren (AI Serge aus der
"Pappenheim"-Kampagne bietet sich z.B. dafür an) und
damit etwas zu spielen. Eventuell aus anderen KIs etwas ergänzen
usw. Einfach mal gucken, was so passiert, das Verständnis kommt
dann mit der Zeit von alleine. Es macht übrigens tatsächlich Spaß!
Und wenn die KI dann irgendwann halbwegs das tut, was man will,
ist das schon ein toller Moment. Man kann auch einfach mal eine
Kampagne spielen und sie dann danach im Editor öffnen und dann
einmal checken, welche KI welchem Spieler zugewiesen ist. Man wird
sich, wenn man das Werk gerade frisch gespielt hat, noch in etwa
erinnern, wie sich ein Gegner verhalten hat. Darauffolgend kann
man sich ja einfach mal überlegen, ob das KI-Verhalten eines
bestimmten Spielers vielleicht in ein eigenes geplantes Werk
passen würde. Dann einfach mal die entsprechende KI angucken und
ein bisschen anpassen. Das überfordert für den Anfang nicht und
ist durchaus interessant und man verliert nicht zu schnell die
Motivation, weil das Grundgerüst schon steht. Fußnoten natürlich
nicht vergessen!
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Timo:
Du hast vorhin schon das Trigger Studio erwähnt. Wie oft nutzt du
das in deiner "täglichen" Arbeit? Wie stehst du zu
GeniEd und Data Editing?
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Henning:
GeniEd ist richtig klasse! Habe damit selbst viel freigeschaltet,
kann ich nur empfehlen, es kann aber mitunter etwas skurrile
Beieffekte haben. Zum Beispiel gibt es in meinem Age seit meinem
letzten GeniEd-Einsatz keine verschiedenen Unitypen mehr, sondern
nur noch den Briten-Imperial-Stil. Nicht allzu tragisch, aber
irgendwie nicht nachvollziehbar, daher kriege ich diese Merkwürdigkeit
auch nicht korrigiert. Mit Data Editing habe ich mich noch nicht
befasst und werde ich wohl auch nicht. Habe vom Heaven mal eine
Kampagne gespielt, bei der man eine neue Data einsetzen musste.
Das war schon interessant, aber irgendwie auch nicht so der
Renner. Kann aber auch an der Kampagne selbst liegen; wie gesagt,
ich habe mich zu wenig damit befasst, als dass ich jetzt fundiert
etwas dazu sagen könnte. Das Arena-Add-On unter der Leitung von
Andreas "Big B." Barbarossa ist wohl auch irgendwie Data
Editing (mir fehlt hier echt der Sachverstand!), auf das freue ich
mich auf jeden Fall total! Und last but not least das Trigger
Studio: An sich 'ne gute Sache, benutze ich aber nur im Notfall,
wenn es keine andere Lösung gibt. Es bietet sich für die Art von
Maps, die ich mache, nicht unbedingt an. Aber man kann sehr schöne
Eyecandies damit produzieren, da kommt man schon öfter mal ins
Staunen, aber so richtig firm bin ich mit dem TS auch nicht
gerade. Man sollte es insgesamt wohl mit Vorsicht genießen, man hört
ja öfter von halbfertigen Maps, die durch das TS zerschossen
wurden.
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Timo:
Welche Map hältst du für die beste aller Zeiten? Kann diese Map
noch getoppt werden?
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Henning: Wenn du jetzt speziell nach einer Einzelmap fragst, kann ich dir
das so nicht beantworten. Ich weite die Frage mal auf
"Kampagne" aus und würde dann sagen "Ulio".
Und ich glaube nicht, dass dieses Werk noch getoppt werden kann.
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Timo:
Jetzt aber genug von AoK. Was machst du eigentlich so, wenn du
gerade nicht vor dem PC sitzt?
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Henning:
Ich studiere, und zwar Germanistik und Geschichte, fliehe regelmäßig
in Kneipen und bin häufig auf Konzerten. Außerdem besuche ich
gerne Flohmärkte und Plattenläden, denn eine große Leidenschaft
von mir ist die gute alte Vinyl-Langspielplatte. Ansonsten lese
ich sehr gerne. Allzu viele Hobbies kann ich mir aber auch gar
nicht erlauben, denn dafür penne ich zu gerne bis mittags!
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Timo:
Was würdest du anderen unbedingt mal empfehlen?
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Henning:
Ungefiltertes Bier, danach willst du nie wieder Supermarktbier
trinken.
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Nun
zu den Kurzfragen: |
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Timo:
AoK oder TC? |
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Henning:
Hmm, das eine würde es ohne das andere ja nicht geben, aber zum
Mappen und Spielen ist TC auf jeden Fall besser. |
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Timo:
Nord- oder Südpol?
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Henning: Kalifornien. |
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Timo:
Schokolade oder Kekse? |
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Henning: Kekse. |
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Timo:
Lieblingsfarbe bei AoK? |
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Henning: Blau. |
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Timo:
Lieblingsmusik / -richtung?
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Henning:
Von The Beatles bis Motörhead und dazwischen unendlich viele
Hardcore und Punk Bands.
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Timo:
Willst du noch etwas loswerden?
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Henning:
Ja! Trainiert wieder etwas mehr Eure Skills, damit dieses Gejammer
über den Schwierigkeitsgrad mal aufhört! Ha!
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Timo:
Das war es dann auch schon. Vielen Dank nochmal, bester Mapper der
Welt, dass du mir bescheidener Seele eine Audienz gewährt hast.
Ich wünsche dir alles Gute für deine private, berufliche und
Age-Zukunft. Auf dass wir noch viele Schlachten in deinen Maps
schlagen werden.
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Henning: Vielen Dank, Timo! Das wünsche ich Dir auch! Es war mir ein Fest!
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werden.
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